Astrologie – die 12 Tierkreiszeichen im Überblick

Der Tierkreis ist weit mehr als ein dekorativer Gürtel am Himmel. Er bildet das tragende Fundament der westlichen Astrologie, ein Ordnungssystem, das seit der Antike versucht, die Bewegungen des Kosmos mit den Rhythmen des Lebens auf der Erde zu verweben. Schon frühe Kulturen erkannten darin einen Schlüssel, um den Jahreslauf, die Abfolge der Jahreszeiten und die Kräfte der Natur in Symbole zu fassen. In diesem Kreis spiegeln sich sowohl das Werden und Vergehen in der Natur als auch die inneren Prozesse des Menschen: Wachstum, Krise, Reifung, Wandlung.

Die zwölf Tierkreiszeichen sind dabei keine engen Schubladen, in die man Menschen einsortieren könnte. Sie sind viel eher archetypische Bilder, uralte Muster, die immer wieder in Mythen, Religionen und Geschichten auftauchen. Jedes Zeichen verkörpert eine bestimmte Energie, die in uns allen vorhanden ist – mal stärker ausgeprägt, mal nur leise mitschwingend. So lassen sich Persönlichkeitsanteile, Verhaltensmuster und Lebensaufgaben sichtbar machen, ohne dass man in stereotype Etiketten verfällt.

Jedes einzelne Zeichen trägt ein eigenes Erbe: einen mythologischen Ursprung, der seine Symbolik nährt; eine psychologische Dimension, die beschreibt, wie diese Energie im Inneren erlebt wird; und eine astrologische Funktion, die deutlich wird, wenn Planeten bei ihren Wanderungen – den sogenannten Transiten – durch dieses Zeichen ziehen. Dann entfaltet sich die Qualität des Zeichens nicht nur im individuellen Horoskop, sondern auch im kollektiven Zeitgeschehen.

Dieser Überblick über die Tierkreiszeichen will deutlich machen, wie vielschichtig dieses Symbolsystem ist. Es zeigt, dass die Zeichen nicht bloß Relikte vergangener Zeiten sind, sondern auch heute noch als präzise Deutungsschlüssel dienen: für Selbstverständnis, für das Verständnis von Beziehungen und für die Interpretation der Strömungen, die in einer bestimmten Epoche das große Ganze prägen.


♈ Widder (21. März – 20. April)

Mythologischer Ursprung:
Der Widder ist eng mit der griechischen Sage vom „Goldenen Widder“ verbunden, der die Kinder Phrixos und Helle vor einem grausamen Schicksal retten sollte. Während Helle ins Meer stürzte und darin ertrank, erreichte Phrixos das ferne Kolchis, wo er den Widder den Göttern opferte. Dessen goldene Haut, das berühmte „Goldene Vlies“, wurde zum Sinnbild für Heldentum, Opferbereitschaft und große Prüfungen. Dieses Motiv taucht später in der Argonautensage wieder auf, wo Jason und seine Gefährten das Vlies erringen mussten – ein Sinnbild für Mut, Risiko und die Bereitschaft, neue Wege zu beschreiten. In diesem Mythos steckt die Urkraft des Widders: der erste Schritt ins Unbekannte, das Aufbrechen trotz Gefahr.

Persönlichkeitsanteile:
Widder-Energie ist die ungebändigte Kraft des Anfangs. Sie zeigt sich im Mut, den eigenen Weg zu gehen, in der Fähigkeit, Entscheidungen ohne endloses Zögern zu treffen, und in der Bereitschaft, Widerstände frontal anzugehen. Menschen mit starker Widder-Betonung verkörpern oft das Prinzip „Erst handeln, dann fragen“ – was ihnen Durchsetzungskraft verleiht, aber auch zu Konflikten führen kann. Die Energie ist direkt, impulsiv, manchmal hitzig. Ungeduld und Reizbarkeit sind die Kehrseite derselben Dynamik, die auch Begeisterung, Tatkraft und unerschütterlichen Willen hervorbringt. Der Widder steht astrologisch am Beginn des Tierkreises: er ist das „Ich will“ – der erste Impuls, der Funke, aus dem Handlung entsteht.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch den Widder wandern, wird die allgemeine Stimmung spürbar dynamischer. Prozesse, die zuvor stagnierten, nehmen Fahrt auf; Entscheidungen fallen schneller, oft auch unüberlegt. Konflikte können leichter eskalieren, da die Energie eher nach Konfrontation als nach Diplomatie verlangt. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für Neubeginn, Pionierarbeit und klare Durchbrüche. Ein Transit durch den Widder bringt Aufbruchsstimmung: Projekte starten mit Wucht, Menschen sind eher bereit, Risiken einzugehen, und die Atmosphäre lädt dazu ein, Dinge ins Rollen zu bringen, die lange nur geplant oder erträumt waren.

Willst du, dass ich das jetzt Stück für Stück für alle zwölf Zeichen so ausarbeite – also Mythos, Psychologie und Transitwirkung im gleichen Stil – oder erstmal nur die „Feuerzeichen-Trilogie“ (Widder, Löwe, Schütze)?


♉ Stier (21. April – 20. Mai)

Mythologischer Ursprung:
Der Stier ist eines der ältesten Symbole der Menschheitsgeschichte. In der griechischen Mythologie verwandelte sich Zeus in einen schneeweißen Stier, um die phönizische Königstochter Europa zu entführen und über das Meer nach Kreta zu tragen. Dieser Stier vereinte Anmut und rohe Kraft, Schönheit und Gewalt. Darüber hinaus war der Stier in unzähligen Kulturen ein Sinnbild für Fruchtbarkeit und Fülle: im alten Ägypten wurde der Apis-Stier verehrt, in Mesopotamien stand er für Stärke und kosmische Ordnung. In allen diesen Bildern steckt die Verbindung des Stiers zu Erde, Leben und Schöpfungskraft – ein Tier, das gleichermaßen nährt und schützt, aber auch herausfordert, wenn man es reizen will.

Persönlichkeitsanteile:
Stier-Energie ist das Prinzip der Stabilität und Beständigkeit. Sie zeigt sich in der Fähigkeit, Dinge wachsen zu lassen, Werte zu bewahren und das Leben mit allen Sinnen zu genießen. Menschen mit einer starken Stier-Prägung verkörpern Erdverbundenheit, Ruhe und einen klaren Sinn für das Materielle. Sie lieben Sicherheit und Verlässlichkeit, können aber auch sehr besitzergreifend sein. Genussfreude, Sinnlichkeit und Beharrlichkeit gehören ebenso dazu wie Loyalität und Durchhaltevermögen. Die Schattenseite liegt in Trägheit oder Sturheit: Hat sich ein Stier einmal festgelegt, lässt er sich kaum mehr bewegen. Doch gerade diese Beharrlichkeit macht ihn zum Garant von Verlässlichkeit und zum Hüter von Ressourcen.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch den Stier ziehen, rücken Themen wie Sicherheit, Finanzen und körperliches Wohlbefinden in den Vordergrund. Die Energie ist weniger stürmisch als beim Widder, dafür nachhaltiger. Prozesse entfalten sich langsamer, aber mit bleibender Wirkung. Es ist eine Zeit, in der Werte neu definiert, materielle Grundlagen überprüft und Lebensgewohnheiten stabilisiert werden. Genuss, Naturverbundenheit und Sinnlichkeit treten stärker ins Bewusstsein. Gleichzeitig kann eine Tendenz entstehen, an Vertrautem festzuhalten – selbst dann, wenn Veränderungen nötig wären. Transite im Stier bringen also Beständigkeit, Konsolidierung und die Möglichkeit, auf soliden Fundamenten weiterzubauen.


♊ Zwillinge (21. Mai – 21. Juni)

Mythologischer Ursprung:
Die Zwillinge gehen auf Kastor und Polydeukes (Pollux) zurück, die Dioskuren aus der griechischen Mythologie. Zwei Brüder, unzertrennlich in ihrer Liebe zueinander, aber von unterschiedlicher Natur: Kastor war sterblich, Pollux göttlich. Als Kastor im Kampf fiel, flehte Pollux Zeus an, ihm das Schicksal zu teilen. Daraufhin wurden beide Brüder an den Himmel versetzt – als Sternbild Zwillinge. Dieses Bild ist Sinnbild für Dualität, Gegensätze und die Brücke zwischen zwei Welten: Sterblichkeit und Unsterblichkeit, Körper und Geist, Mensch und Gott. Die Geschichte verkörpert das Prinzip des Austausches, des Hin- und Herbewegens zwischen Polen, ohne sie endgültig aufzulösen.

Persönlichkeitsanteile:
Die Energie der Zwillinge ist geistig flink, neugierig und kommunikativ. Sie sucht Austausch, will Fragen stellen, Informationen sammeln und Zusammenhänge entdecken. Zwillinge verkörpern das Prinzip der Vermittlung: sie übersetzen, verbinden, bringen Menschen, Ideen und Welten zusammen. Beweglichkeit, Humor und ein lebhafter Geist gehören zu ihren Stärken. Gleichzeitig können sie sprunghaft oder oberflächlich wirken, da sie sich ungern lange an ein Thema binden. Sie leben vom ständigen Wechsel, vom Gespräch, vom Fragen – und sind dabei Meister darin, Widersprüche nebeneinander stehen zu lassen. Zwillinge sind das „Ich denke“ des Tierkreises, das bewegliche Prinzip des Lernens und der Vielseitigkeit.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch die Zwillinge wandern, wird die Atmosphäre lebhafter, unruhiger, leichter. Gespräche mehren sich, Kontakte knüpfen sich wie von selbst, neue Informationen tauchen überall auf. Es ist eine Zeit, in der Lernen, Vernetzung und Austausch im Vordergrund stehen. Projekte, die Beweglichkeit und schnelle Reaktionen erfordern, profitieren von dieser Energie. Gleichzeitig kann Unruhe entstehen, da der Geist zu vielen Reizen ausgesetzt ist. Die Zwillinge-Qualität bringt frischen Wind, regt an, Neues auszuprobieren, Fragen zu stellen und geistige Horizonte zu erweitern – allerdings oft mehr in die Breite als in die Tiefe.


♋ Krebs (22. Juni – 22. Juli)

Mythologischer Ursprung:
Der Krebs taucht in der Herakles-Sage auf: Als der Held im Auftrag der Götter gegen die neunköpfige Hydra kämpfte, schickte Hera – Herakles’ ewige Widersacherin – einen Krebs, um ihn abzulenken und zu schwächen. Der kleine Kämpfer biss sich tapfer in Herakles’ Fuß, wurde jedoch sofort von ihm zertreten. Hera ehrte seine Loyalität, indem sie ihn als Sternbild an den Himmel versetzte. Dieses Motiv zeigt, dass es beim Krebs nicht um rohe Stärke geht, sondern um Hingabe, Schutz und Opferbereitschaft. In vielen Kulturen steht er außerdem für den Zyklus des Lebens, da er mit dem Sommerbeginn und dem Wendepunkt der Sonne verbunden ist: dem Moment, an dem das Licht seinen höchsten Stand erreicht und dann langsam wieder abnimmt.

Persönlichkeitsanteile:
Krebs-Energie ist zutiefst geprägt von Empfindsamkeit, Fürsorge und dem Bedürfnis nach Geborgenheit. Sie ist das Prinzip des Nährens, des Hüten und Bewahrens. Menschen mit starker Krebs-Betonung wirken oft warmherzig, beschützend und intuitiv. Familie, Heimat und emotionale Bindungen sind zentrale Themen. Der Zugang zum Leben ist stark gefühlsbetont, manchmal auch launenhaft, weil die innere Sicherheit leicht ins Wanken geraten kann. Krebs steht für das „Ich fühle“ im Tierkreis – das Bedürfnis, emotionale Wurzeln zu schlagen und Schutzräume zu schaffen. Die Kehrseite dieser Energie kann sich in Rückzug, Verletzlichkeit oder klammerndem Verhalten äußern. Doch ihre Stärke liegt in tiefer Empathie, Loyalität und der Fähigkeit, andere zu nähren und zu heilen.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch den Krebs wandern, treten Themen wie Emotionen, Geborgenheit und Familie stärker in den Vordergrund. Die Atmosphäre wird sensibler, verletzlicher, aber auch fürsorglicher. Entscheidungen werden weniger rational, sondern stärker vom Bauchgefühl bestimmt. Häufig rücken Fragen nach Zugehörigkeit, Heimat oder innerer Sicherheit ins Bewusstsein. Es kann eine Zeit der Rückbesinnung sein, in der man sich auf das Wesentliche konzentriert und Schutzräume aufbaut. Gleichzeitig verstärken Transite im Krebs die Tendenz, sich in Emotionen zu verstricken oder Konflikte indirekt auszutragen. Doch im Kern geht es um das Erleben von Nähe, Verbundenheit und dem Wert des Emotionalen als Quelle von Kraft.


♌ Löwe (23. Juli – 23. August)

Mythologischer Ursprung:
Der Löwe im Tierkreis geht auf den Nemeischen Löwen zurück, das erste der zwölf Heldentaten des Herakles. Dieses Ungeheuer hatte ein Fell, das keine Waffe durchdringen konnte, und versetzte die Landschaft in Angst und Schrecken. Herakles konnte ihn nur besiegen, indem er ihn mit bloßen Händen erwürgte. Anschließend trug er das Fell des Löwen wie eine Rüstung – als Zeichen seiner Stärke und als unübersehbares Symbol für den Triumph über ein scheinbar Unbesiegbares. In dieser Geschichte wird der Löwe zum Sinnbild für Macht, königliche Ausstrahlung und den Mut, sich Prüfungen zu stellen. Er verkörpert die unerschütterliche Selbstbehauptung, die auch das astrologische Zeichen prägt.

Persönlichkeitsanteile:
Die Löwe-Energie ist stolz, strahlend und voller Lebensfreude. Sie zeigt sich in Kreativität, Ausdruckskraft und dem Wunsch, sich selbst ins Licht zu stellen. Menschen mit starker Löwe-Betonung besitzen oft ein natürliches Charisma, sie übernehmen gern Verantwortung und strahlen eine gewisse königliche Würde aus – selbst wenn sie sich dessen gar nicht bewusst sind. Ihr Bedürfnis nach Anerkennung ist groß: Sie wollen gesehen werden, sie wollen wirken. Positiv zeigt sich das in Großzügigkeit, Wärme und echter Führungsstärke; negativ kann es in Eitelkeit, Dominanz oder Dramatik kippen. Der Löwe ist das „Ich will strahlen“ des Tierkreises – er bringt Farbe, Freude und schöpferische Kraft ins Leben.

Transitwirkung:
Wenn Planeten den Löwen durchqueren, wird die Stimmung selbstbewusster, lauter, glänzender. Kreative Impulse drängen an die Oberfläche, Menschen suchen Gelegenheiten, sich zu zeigen und ihre Talente zu entfalten. Es ist eine Zeit, in der Sichtbarkeit, Anerkennung und persönliche Entfaltung an Bedeutung gewinnen. Projekte, die mit Kunst, Bühne, Führung oder Selbstdarstellung zu tun haben, erfahren Auftrieb. Gleichzeitig kann die Energie hitziger wirken: Ego-Konflikte, Machtspiele oder verletzter Stolz treten leichter hervor. Doch im Kern geht es bei Transiten im Löwen um Selbstbewusstsein, um die Freude am Leben und darum, das innere Feuer sichtbar werden zu lassen.


♍ Jungfrau (24. August – 23. September)

Mythologischer Ursprung:
Die Jungfrau ist eng verbunden mit den Göttinnen Demeter und Persephone. Demeter, die Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin, steht für die Ernte, die Versorgung und das sorgsame Hüten der Lebensgrundlagen. Persephone hingegen symbolisiert den Zyklus von Werden und Vergehen: Sie verbringt einen Teil des Jahres in der Unterwelt bei Hades und kehrt dann zur Erde zurück – ein mythisches Bild für den Rhythmus der Jahreszeiten. Aus dieser Verbindung ergibt sich das Bild der Jungfrau als Symbol reiner, ordnender Kraft: nicht im Sinne naiver Unschuld, sondern als Verkörperung des Wissens um Zyklen, des klugen Umgangs mit Ressourcen und der Fähigkeit, Ordnung im Chaos zu schaffen.

Persönlichkeitsanteile:
Jungfrau-Energie ist geprägt von Präzision, Vernunft und einem ausgeprägten Sinn für das Praktische. Sie sucht Strukturen, will analysieren, ordnen und verbessern. Menschen mit starker Jungfrau-Betonung wirken oft nüchtern, realistisch und hilfsbereit. Sie haben ein Gespür für Details, für das, was funktioniert, und für das, was verbessert werden muss. Diese Haltung macht sie zu verlässlichen Begleitern im Alltag und zu Menschen, die Verantwortung nicht scheuen. Gleichzeitig kann dieselbe Energie in Kritik oder Perfektionismus kippen – in die Gefahr, das Detail wichtiger zu nehmen als das Ganze. Jungfrau ist das „Ich prüfe“ des Tierkreises: Sie schenkt Klarheit, Verstand und die Fähigkeit, das Leben auf ein solides Fundament zu stellen.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch die Jungfrau ziehen, verstärkt sich die Tendenz zur Analyse und zur Ordnung. Es ist eine Zeit, in der Effizienz, Struktur und praktische Lösungen an Gewicht gewinnen. Gesundheitsthemen und Fragen der Lebensführung rücken in den Vordergrund, ebenso wie die Bereitschaft, Alltagsabläufe zu optimieren. Man achtet stärker auf Details, erkennt Fehler leichter und sucht nach Wegen, sie zu korrigieren. Die Energie wirkt nüchterner, weniger spektakulär als in anderen Zeichen, aber sie ist höchst wirksam: Transite in der Jungfrau schaffen Grundlagen, auf denen langfristig aufgebaut werden kann – durch Klarheit, Disziplin und Vernunft.


♎ Waage (24. September – 23. Oktober)

Mythologischer Ursprung:
Die Waage ist das einzige Zeichen im Tierkreis, das kein Tier darstellt, sondern ein abstraktes Symbol. Sie ist mit Themis verbunden, der griechischen Göttin der Gerechtigkeit, die in Darstellungen häufig eine Waage in den Händen hält. Themis verkörpert kosmische Ordnung, Recht und Ausgleich – Prinzipien, die über das individuelle Schicksal hinausgehen und den Zusammenhalt der Gemeinschaft sichern. In der Waage spiegelt sich daher weniger ein mythisches Abenteuer, sondern ein geistiges Ideal: das Streben nach Balance, nach gerechtem Maß und nach Harmonie zwischen Gegensätzen.

Persönlichkeitsanteile:
Waage-Energie verkörpert Harmonie, Schönheit und die Suche nach Ausgleich. Menschen mit starker Waage-Prägung haben ein feines Gespür für Ästhetik, Diplomatie und zwischenmenschliche Beziehungen. Sie möchten verbinden, vermitteln und Gegensätze in Einklang bringen. Dabei liegt ihre Stärke in Charme, Taktgefühl und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Wunsch nach Harmonie in Konfliktscheu umschlägt: Entscheidungen werden aufgeschoben, Konfrontationen vermieden. Dennoch bringt die Waage das „Ich gleiche aus“ in den Tierkreis: Sie steht für Kooperation, Fairness und die Fähigkeit, Schönheit und Ordnung ins Leben zu tragen.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch die Waage ziehen, treten Partnerschaften, Beziehungen und soziale Fragen stärker in den Vordergrund. Die Energie lenkt den Blick auf Verhandlungen, Gerechtigkeit und die Notwendigkeit, Kompromisse zu finden. Es ist eine Zeit, in der Kooperation gefördert wird, aber auch Abhängigkeiten und Unentschlossenheit sichtbar werden. Künstlerische und ästhetische Themen erhalten zusätzlichen Schwung: Kreativität drückt sich in Form, Stil und Schönheit aus. Transite in der Waage rufen dazu auf, Balance herzustellen – im persönlichen Miteinander wie auch im größeren sozialen Gefüge.


♏ Skorpion (24. Oktober – 22. November)

Mythologischer Ursprung:
Der Skorpion entstammt der Sage um Orion, den gewaltigen Jäger. Orion prahlte, er könne jedes Tier der Erde bezwingen. Diese Hybris rief die Götter auf den Plan: Sie sandten einen Skorpion, der Orion tödlich verwundete. Zur Erinnerung wurden beide an den Himmel gesetzt – Orion als Sternbild, das am Winterhimmel glänzt, der Skorpion als sein Gegenspieler, der im Sommer emporsteigt. Der Mythos macht deutlich, wofür der Skorpion steht: für Vergeltung, Tod und den unausweichlichen Kreislauf von Ende und Neubeginn. Doch im Kern ist er nicht nur der Zerstörer, sondern auch der Hüter von Transformation – ein Symbol dafür, dass wahre Wandlung nur durch das Durchschreiten von Dunkelheit geschieht.

Persönlichkeitsanteile:
Skorpion-Energie ist tief, leidenschaftlich und kompromisslos. Sie dringt unter die Oberfläche, will die Wahrheit freilegen, koste es, was es wolle. Menschen mit starker Skorpion-Betonung besitzen enorme emotionale Intensität und eine magnetische Ausstrahlung. Sie können loyal und hingebungsvoll sein, zugleich aber auch kontrollierend oder besitzergreifend. Ihre Stärke liegt in der Fähigkeit, Krisen nicht nur zu überstehen, sondern aus ihnen erneuert hervorzugehen. Das „Ich verwandle“ ist der Kern des Skorpions: Er verkörpert Leidenschaft, seelische Tiefe, aber auch Obsession und die Bereitschaft, radikale Schnitte zu vollziehen.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch den Skorpion ziehen, verdichten sich die Themen. Oberflächliche Lösungen greifen kaum, stattdessen entsteht ein Drang, Dinge bis in ihre Wurzeln zu erforschen. Krisen können deutlicher hervortreten, ebenso wie der Druck, alte Strukturen loszulassen. Oft fühlt sich diese Phase intensiv, manchmal sogar bedrohlich an, doch sie trägt immer das Potenzial für Transformation in sich: das Alte stirbt, damit Neues entstehen kann. Transite im Skorpion sind selten leicht, aber sie sind kraftvoll – sie reißen Masken herunter und führen zu tieferer Wahrheit, zu Wandlung und letztlich zu Erneuerung.


♐ Schütze (23. November – 21. Dezember)

Mythologischer Ursprung:
Der Schütze ist eng mit dem weisen Kentauren Cheiron verbunden. Anders als seine wilden und zügellosen Artgenossen verkörperte Cheiron Klugheit, Güte und Heilkunst. Er war Lehrer vieler großer Helden – darunter Achill, Asklepios und Herakles – und gilt als Vermittler zwischen Instinkt und Geist: halb Tier, halb Mensch, stets im Spannungsfeld zwischen Trieb und Vernunft. Dieses Bild prägt das Zeichen Schütze: der Bogen, der nach oben gerichtet ist, steht für das Streben über das Alltägliche hinaus, für den Drang nach Erkenntnis und für die Suche nach Wahrheit. Der Mythos macht deutlich: Hier geht es um mehr als nur Abenteuerlust – es geht um den Übergang von Rohheit zu Weisheit.

Persönlichkeitsanteile:
Die Energie des Schützen ist von Weite und Aufbruch geprägt. Sie sucht Sinn, will Horizonte erweitern und Verbindungen zwischen Kulturen, Weltbildern und Ideen schaffen. Menschen mit Schütze-Betonung sind oft von Optimismus und Begeisterung getragen, sie sind Forscher, Reisende, Philosophen. Ihr innerer Antrieb ist das „Ich erweitere“ – die ständige Suche nach mehr Wissen, mehr Freiheit, mehr Perspektive. Doch diese Energie kann auch maßlos werden: Übertreibung, Ruhelosigkeit oder missionarischer Eifer gehören zu den Schattenseiten. Dennoch bleibt der Schütze die Verkörperung des Strebens nach Erkenntnis, nach dem größeren Zusammenhang und nach dem Vertrauen, dass das Leben eine Reise ist, die über die eigenen Grenzen hinausführt.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch den Schützen ziehen, öffnet sich der Blick über den Tellerrand. Reisen, Studium, Weiterbildungen und visionäre Projekte treten stärker ins Bewusstsein. Es ist eine Phase des Wachsens und Ausdehnens – ob geistig, geografisch oder spirituell. Die Stimmung wird optimistischer, aber auch risikofreudiger: Manches, das in dieser Zeit begonnen wird, ist groß gedacht, aber nicht immer realistisch durchführbar. Dennoch sind Transite im Schützen Momente der Inspiration, in denen das Leben größer, weiter und bunter erscheint – eine Einladung, Horizonte zu überschreiten und das Vertrauen ins Gelingen zu stärken.


♑ Steinbock (22. Dezember – 20. Januar)

Mythologischer Ursprung:
Der Steinbock ist mit dem Hirtengott Pan verknüpft, einem Mischwesen mit Ziegenhörnern und Bocksbeinen. Als das Ungeheuer Typhon die Götter bedrohte, suchte Pan die Flucht – und sprang ins Wasser. In seiner Panik verwandelte er sich halb in einen Fisch, halb in eine Ziege, wodurch das Bild des Steinbocks entstand: ein Mischwesen, das gleichzeitig klettern und schwimmen kann. Dieses Symbol steht für Anpassung, Überlebenskunst und die Fähigkeit, unter widrigen Umständen einen Weg zu finden. Der Steinbock trägt also den Mythos von Klugheit, Zähigkeit und Beharrlichkeit in sich: selbst wenn das Leben Ungeheuer schickt, findet er eine Strategie, die ihn bestehen lässt.

Persönlichkeitsanteile:
Die Energie des Steinbocks ist nüchtern, zielgerichtet und von Verantwortung geprägt. Sie verkörpert Disziplin, Struktur und die Bereitschaft, Mühen auf sich zu nehmen, um etwas Dauerhaftes zu schaffen. Menschen mit Steinbock-Betonung wollen Ergebnisse sehen – nicht sofort, sondern auf lange Sicht. Sie akzeptieren Grenzen, wo andere sie leugnen, und wissen, dass Leistung Anerkennung bringt. Das Prinzip lautet: „Ich erreiche“ – Schritt für Schritt, durch Ausdauer und Geduld. Die Schattenseite zeigt sich in Härte, Kälte oder Überstrenge – im Festhalten an Regeln, selbst wenn sie das Leben beschneiden. Doch in ihrer besten Form schenkt die Steinbock-Energie Beständigkeit, Verlässlichkeit und die Fähigkeit, ein Fundament zu bauen, das auch Krisen übersteht.

Transitwirkung:
Wenn Planeten den Steinbock durchwandern, rücken Arbeit, Pflicht und Verantwortung in den Vordergrund. Die Realität prüft, ob Pläne tragfähig sind. Grenzen werden deutlich spürbar – man stößt auf das, was nicht verhandelbar ist. Zugleich entsteht die Chance, durch Disziplin und Fokussierung nachhaltige Erfolge zu erzielen. Diese Transite sind selten leichtfüßig, sie wirken eher ernst, aber sie schaffen Klarheit: Was bleibt, ist das, was Bestand hat. In dieser Zeit entscheidet sich oft, welche Projekte Substanz besitzen und welche an der Härte der Realität zerbrechen. Der Steinbock-Transit bringt also Ernsthaftigkeit, Prüfungen, aber auch die Möglichkeit, etwas zu errichten, das lange trägt.


♒ Wassermann (21. Januar – 19. Februar)

Mythologischer Ursprung:
Der Wassermann ist mit der Gestalt des Ganymed verknüpft, einem außergewöhnlich schönen trojanischen Jüngling. Zeus entführte ihn in Gestalt eines Adlers auf den Olymp, wo er fortan als Mundschenk der Götter den Nektar reichte. Diese Erhebung eines Sterblichen in die Gemeinschaft der Unsterblichen steht symbolisch für Inspiration, Erneuerung und die Fähigkeit, etwas völlig Neues in die Welt zu bringen. Der Wassermann trägt daher das Bild des himmlischen Wasserspenders: Er gießt nicht nur ein Getränk aus, sondern Ideen, Impulse und Lebenskräfte, die das Alte auffrischen und das Neue hervorbringen.

Persönlichkeitsanteile:
Die Wassermann-Energie ist freiheitsliebend, eigenständig und unkonventionell. Sie denkt quer, sieht Möglichkeiten jenseits der eingefahrenen Wege und liebt es, bestehende Systeme infrage zu stellen. Menschen mit starker Wassermann-Betonung haben oft einen visionären Blick, sie sind ideenreich, unabhängig und fühlen sich gleichzeitig zur Gemeinschaft hingezogen – nicht aus Anpassung, sondern aus dem Wunsch, neue Formen des Miteinanders zu gestalten. Das Prinzip lautet: „Ich erneuere.“ Die Schattenseite kann in Distanz, Exzentrik oder einer gewissen Kälte liegen: Der Wassermann klammert sich nicht an persönliche Nähe, sondern lebt aus dem Geist der Idee. Doch gerade darin liegt seine Kraft – er bringt Veränderung, auch wenn sie unbequem ist.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch den Wassermann ziehen, weht der Wind des Umbruchs. Systeme, die zu starr geworden sind, werden aufgerüttelt; neue Gedanken und Modelle treten ins Bewusstsein. Diese Zeit begünstigt Innovationen, technische wie gesellschaftliche, und macht den Boden für Reformen fruchtbar. Es ist eine Phase, in der sich Netzwerke bilden, Ideen verbreiten und der Drang nach Freiheit stärker spürbar wird. Gleichzeitig kann es zu Brüchen kommen, wenn alte Strukturen den Wandel nicht mitvollziehen. Transite im Wassermann bringen Revolution und Inspiration – sie reißen Fenster auf, durch die Zukunftsluft ins Leben strömt.


♓ Fische (20. Februar – 20. März)

Mythologischer Ursprung:
Die Fische gehen auf die Sage zurück, in der Aphrodite und ihr Sohn Eros vor dem Ungeheuer Typhon fliehen mussten. Um sich zu retten, verwandelten sie sich in zwei Fische und tauchten ins Meer. Aus Dankbarkeit wurden sie später als Sternbild an den Himmel gesetzt, oft mit einem Band verbunden, das ihre Einheit symbolisiert. Diese Geschichte zeigt die Grundthemen des Zeichens: Verbundenheit, Schutz durch Rückzug, aber auch das Entgleiten in andere Welten. Der Fisch steht in vielen Kulturen für Transzendenz, Opferbereitschaft und das Auflösen der Grenzen zwischen Ich und Kosmos – ein Bild für Hingabe und Verschmelzung.

Persönlichkeitsanteile:
Fische-Energie ist sensibel, empathisch und zutiefst intuitiv. Sie spürt, was unausgesprochen bleibt, und hat Zugang zu inneren und unsichtbaren Welten. Menschen mit Fische-Betonung leben oft in einer Zwischenwelt: halb in der Realität, halb in Träumen, Fantasien oder spirituellen Dimensionen. Sie verkörpern Mitgefühl, Einfühlungsvermögen und künstlerische Inspiration. Doch dieselbe Qualität kann auch zu Unklarheit, Selbstverlust oder Eskapismus führen – Grenzen verschwimmen, Verantwortung löst sich auf. Fische sind das „Ich träume“ des Tierkreises: Sie öffnen Räume für Spiritualität, Sehnsucht und die Erfahrung, dass alles miteinander verbunden ist.

Transitwirkung:
Wenn Planeten durch die Fische wandern, verändert sich die Atmosphäre: sie wird weicher, durchlässiger, weniger rational. Träume, Visionen und Intuition rücken stärker in den Vordergrund, ebenso wie das Bedürfnis nach Mitgefühl und Solidarität. Alte Strukturen können sich auflösen, was sowohl befreiend als auch verunsichernd wirkt. Häufig entsteht eine Tendenz zum Rückzug oder zur Flucht in Fantasie und Illusion, aber auch ein Raum für Heilung und Inspiration. Transite in den Fischen sind Phasen, in denen man das Unsichtbare spürt – die Chance, neue Visionen zu empfangen, aber auch die Gefahr, sich im Nebel der Unklarheit zu verlieren.


Die zwölf Tierkreiszeichen sind weit mehr als dekorative Sternbilder am Himmel.

Sie sind Archetypen, die seit Jahrtausenden genutzt werden, um menschliche Erfahrung zu ordnen und verständlich zu machen. Sie wirken nicht wie ein starrer Schicksalsapparat, der das Leben in vorgefertigte Bahnen zwingt, sondern wie ein Symbolsystem, das innere Dynamiken und äußere Entwicklungen sichtbar macht. Ob im persönlichen Horoskop oder in kollektiven Transiten: Die Tierkreiszeichen zeigen, wo Energie fließt – ob im mutigen Aufbruch, in der stabilen Festigung, in der schmerzhaften Wandlung oder in der stillen Auflösung.

Ein vollständiges Astro-Dossier erschöpft sich daher nicht im Blick auf ein einzelnes Tierkreiszeichen. Es entsteht erst durch das Zusammenspiel aller Faktoren: die Stellung von Sonne, Mond und Aszendent, die Dynamik der Häuser, die Aspekte zwischen den Planeten, die Rhythmen der Transite. Erst aus dieser Verflechtung ergibt sich ein Bild, das unverwechselbar ist – ein astrologischer Fingerabdruck, einzigartig für jede Person. In dieser Ganzheit liegt die eigentliche Kraft der Astrologie: nicht in starren Kategorien, sondern in der Kunst, Zusammenhänge zu erkennen, die das Leben in seiner Tiefe und Vielfalt spiegeln.

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