Prinz Andrew: Ein Horoskop zwischen Macht, Tabu und Kontrollverlust.

Wenn über Prinz Andrew gesprochen wird, geht es meist um Skandale, Interviews und beschädigte Reputation. Doch jenseits der Schlagzeilen lohnt sich ein nüchterner Blick auf das Fundament seiner Persönlichkeit: das Geburtshoroskop. Denn bevor Transite Ereignisse auslösen, existiert immer eine innere Struktur, die bestimmt, wie jemand mit Macht, Nähe, Verantwortung und Risiko umgeht.

Das Horoskop vom 19. Februar 1960, 3:30 Uhr in London, zeigt keine einfache, lineare Persönlichkeit. Es zeigt Spannung. Es zeigt Gegensätze. Und vor allem zeigt es eine auffällige Verbindung zwischen Identität und Schattenbereichen. Mit Löwe-Aszendent tritt hier jemand ins Leben, der Sichtbarkeit und Sonderrolle gewissermaßen eingebaut hat. Doch die Sonne steht nicht im Rampenlicht eines offenen, transparenten Hauses – sie befindet sich im achten Haus, dem Bereich von Macht, Tabu, Abhängigkeit und tiefen psychologischen Verstrickungen.

Diese Konstellation allein macht noch keinen Skandal. Aber sie beschreibt eine Persönlichkeit, deren Selbstverständnis eng mit Fragen von Kontrolle, Intimität und Macht verwoben ist. Hinzu kommen ein Skorpion-Mond im vierten Haus, eine markante Venus-Mars-Saturn-Ballung im Steinbock und eine Sonne in Spannung zu Pluto. Das ist kein sanftes, harmonisches Muster. Es ist ein Horoskop mit innerem Druck.

Astrologie urteilt nicht. Sie beschreibt Strukturen, Potenziale und Spannungsfelder. Im Fall von Andrew zeigt sie ein komplexes Geflecht aus Privileg, Machtbewusstsein, emotionaler Intensität und kontrollierter Triebstruktur. Ob und wie solche Anlagen gelebt werden, hängt von Bewusstsein, Umfeld und Entscheidungen ab. Doch das Radix legt offen: Hier wirken starke Kräfte – nicht nur auf der Bühne, sondern im Inneren.

Prinz ANdrew Horoskop

Und genau dort beginnt jede echte Analyse.

1. Ein Löwe mit Anspruch auf Bühne

Mit Aszendent Löwe beginnt dieses Horoskop nicht leise. Löwe am AC verleiht natürliche Präsenz, ein Gefühl von Besonderheit und den Anspruch, gesehen zu werden. Menschen mit dieser Konstellation treten selten zufällig in den Hintergrund. Sie wirken königlich, selbstbewusst, mitunter selbstverständlich privilegiert. Sichtbarkeit ist kein Zufall, sondern Teil der Identität. In einem royalen Kontext wirkt das fast archetypisch stimmig.

Doch dieser Löwe ist kein klassischer Sonnenkönig. Im ersten Haus steht Uranus – das Prinzip des Bruchs, der Abweichung, der inneren Unruhe. Das verleiht der äußeren Erscheinung etwas Unberechenbares. Hinter der repräsentativen Fassade kann ein starkes Bedürfnis nach Eigenständigkeit wirken, nach Regelbruch oder zumindest nach Sonderrechten. Uranus im ersten Haus duldet ungern Einschränkungen. Er reagiert empfindlich auf Kontrolle – besonders dann, wenn sie von außen kommt.

Diese Kombination erzeugt eine spannende Mischung: Anspruch auf Würde und Rang einerseits, latente Rebellion andererseits. Das kann charismatisch wirken, aber auch distanziert oder eigenwillig. Wer so ins Leben startet, entwickelt oft ein Selbstverständnis, das zwischen Pflicht und individueller Freiheit pendelt. In privilegierten Strukturen verstärkt sich dieser Effekt: Die Bühne ist da, das Publikum ebenfalls – und die Erwartung, dass die Rolle selbstverständlich ausgefüllt wird.

Doch genau hier liegt die erste Spannung dieses Horoskops. Denn während der Aszendent nach außen strahlt, befindet sich der Kern der Persönlichkeit nicht im Licht, sondern im Schattenbereich des achten Hauses. Die Diskrepanz zwischen öffentlicher Figur und innerem Antrieb ist damit von Anfang an angelegt.

2. Die Sonne im achten Haus – Identität im Schattenbereich

Während der Aszendent Löwe nach außen Würde, Rang und Sichtbarkeit signalisiert, liegt der Kern der Persönlichkeit an einem ganz anderen Ort. Die Sonne in den Fischen im achten Haus beschreibt keine transparente, geradlinige Identität. Haus 8 ist das Feld von Macht, Abhängigkeit, Tabu, Sexualität, gemeinsamen Ressourcen und psychologischen Tiefenschichten. Wer hier seine Sonne hat, entwickelt sein Selbstgefühl selten im offenen Sonnenlicht. Es entsteht in komplexen, oft verdeckten Dynamiken.

Die Fische-Sonne bringt zunächst Sensibilität, Anpassungsfähigkeit und ein starkes intuitives Gespür. Doch in Haus 8 wird diese Empfänglichkeit in Bereiche gelenkt, in denen es um Kontrolle, Verschmelzung und Grenzauflösung geht. Identität entsteht hier nicht durch klare Abgrenzung, sondern durch Verstrickung. Das kann große psychologische Tiefe bedeuten – oder die Neigung, sich in Grauzonen zu verlieren.

Bemerkenswert ist zudem die enge Verbindung zu Merkur in den Fischen, ebenfalls im achten Haus. Denken und Selbstverständnis sind hier stark von Intuition geprägt, weniger von nüchterner Analyse. Aussagen können gefühlt wahr sein, ohne objektiv klar formuliert zu sein. In schwierigen Situationen entsteht dadurch eine heikle Mischung aus innerer Überzeugung und äußerer Unschärfe.

Hinzu kommt die Spannung der Sonne zu Pluto. Diese Opposition intensiviert das achte Haus nochmals. Sie deutet auf ein starkes Machtmotiv im Kern der Persönlichkeit hin – ein inneres Ringen zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Solche Konstellationen ziehen oft extreme Erfahrungen an. Nicht zwangsläufig negativ, aber selten belanglos. Die eigene Identität wird immer wieder an existenziellen Themen geprüft.

Insgesamt zeigt dieser Abschnitt des Horoskops: Hinter der repräsentativen Oberfläche wirkt eine Persönlichkeit, die stark mit Schattenbereichen verbunden ist. Das muss nicht destruktiv sein. Doch es bedeutet, dass Macht, Intimität und Abhängigkeit zentrale Entwicklungsthemen darstellen. Und genau diese Themen entscheiden darüber, wie mit Privileg, Einfluss und Nähe umgegangen wird.

3. Sonne Opposition Pluto – Das Machtmotiv im Kern

Wenn man in diesem Horoskop nach dem energetischen Brennpunkt sucht, landet man bei der Opposition zwischen Sonne und Pluto. Das ist keine sanfte Spannung. Das ist ein permanentes Kraftfeld.

Pluto steht im zweiten Haus in der Jungfrau, die Sonne im achten Haus in den Fischen. Zwei Häuser, die direkt miteinander verbunden sind: Besitz und gemeinsame Ressourcen, Kontrolle und Abhängigkeit, Sicherheit und Macht. Die Achse 2–8 ist die klassische Machtachse eines Horoskops. Hier geht es nicht um Smalltalk. Hier geht es um Substanz.

Eine Sonne-Pluto-Opposition beschreibt häufig eine Persönlichkeit, die intensive Erfahrungen braucht, um sich lebendig zu fühlen. Machtverhältnisse spielen dabei eine zentrale Rolle – bewusst oder unbewusst. Es besteht ein starkes Bedürfnis, Situationen zu kontrollieren oder zumindest nicht kontrolliert zu werden. Gleichzeitig zieht diese Konstellation Konfrontationen geradezu an. Extreme Dynamiken sind Teil des Lebenswegs.

Pluto im zweiten Haus verweist zudem auf ein tiefes Thema rund um Werte und Selbstwert. Wer bin ich, wenn Besitz, Rang oder Sicherheit infrage stehen? Diese Frage liegt latent im Hintergrund. In Kombination mit einer achten-Haus-Sonne entsteht eine komplexe Wechselwirkung: Das eigene Ich steht im Spannungsfeld zwischen Privileg und existenzieller Verwundbarkeit.

Menschen mit dieser Konstellation erleben häufig Phasen intensiver Umbrüche. Sie kennen das Gefühl, dass etwas radikal endet und neu entstehen muss. Pluto duldet keine halben Lösungen. Er arbeitet mit Druck. Mit Zwang. Mit Offenlegung.

Das bedeutet nicht automatisch Fehlverhalten. Aber es bedeutet, dass Macht kein Randthema ist, sondern Kernbestandteil der Persönlichkeitsstruktur. Und wenn Macht ein zentrales Motiv ist, dann entscheidet der Umgang damit über das gesamte Lebensnarrativ.

4. Mond in Skorpion – Emotionale Intensität und Kontrolle

Wenn die Sonne im achten Haus den bewussten Kern beschreibt, dann liefert der Mond in Skorpion im vierten Haus den emotionalen Unterbau. Und der ist alles andere als oberflächlich.

Ein Skorpion-Mond fühlt nicht leicht. Er fühlt intensiv, absolut, kompromisslos. Vertrauen entsteht langsam, Misstrauen hingegen schnell. Emotionale Sicherheit wird nicht durch Offenheit hergestellt, sondern durch Kontrolle. Wer diesen Mond hat, gibt sich innerlich nur ungern preis. Verletzlichkeit wird geschützt – manchmal so konsequent, dass sie kaum noch sichtbar ist.

Im vierten Haus, dem Bereich von Herkunft, Familie und innerer Prägung, verstärkt sich diese Tiefe. Die Bindung an den Clan kann stark sein, ebenso das Bedürfnis, familiäre Strukturen zu schützen oder aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig kann das familiäre Umfeld als Machtfeld erlebt werden – nicht unbedingt offen, aber unterschwellig.

In Kombination mit der Sonne im achten Haus entsteht ein psychologisches Doppelmotiv: Identität und Emotion bewegen sich beide in Bereichen, die mit Macht, Abhängigkeit und Intimität zu tun haben. Das erzeugt innere Spannung. Nähe ist nie nur Nähe. Sie ist immer auch ein Ort, an dem Kontrolle, Loyalität und Besitzgefühle mitschwingen können.

Skorpion-Mond-Menschen vergessen wenig. Sie speichern Erfahrungen tief ab. Kränkungen, Bedrohungen oder Vertrauensbrüche werden nicht leicht abgeschüttelt. Das kann enorme innere Stärke bedeuten – aber auch eine Tendenz, sich emotional zu verhärten.

Insgesamt zeigt dieser Mond eine Persönlichkeit, die nach außen repräsentativ wirken mag, innerlich jedoch sehr wachsam ist. Gefühle werden nicht spontan geteilt, sondern strategisch dosiert. Und wo starke Emotionen und Machtmotive zusammentreffen, entstehen komplexe Dynamiken – besonders in Beziehungen und in Situationen, in denen Nähe und Hierarchie miteinander verwoben sind.

5. Venus–Mars–Saturn im Steinbock – Begehren unter Kontrolle

Im sechsten Haus steht eine auffällige Ballung: Venus, Mars und Saturn im Steinbock. Das ist keine verspielte, romantische Konstellation. Das ist Struktur, Disziplin und Hierarchie – übertragen auf Beziehung, Trieb und Handlung.

Venus und Mars beschreiben im Horoskop, wie jemand liebt und begehrt. In enger Konjunktion bündeln sie Anziehungskraft und Initiative. Das erzeugt Intensität. Doch im Steinbock wird diese Energie nicht impulsiv ausgelebt, sondern kontrolliert, kalkuliert, zielgerichtet. Nähe ist hier selten spontan oder naiv. Sie ist eingebettet in Status, Verantwortung oder funktionale Strukturen.

Saturn verstärkt dieses Motiv. Er steht für Begrenzung, Pflicht, Ordnung. In unmittelbarer Nähe zu Venus und Mars wirkt er wie ein innerer Regulator. Trieb wird nicht aufgehoben – aber gebremst, gelenkt, formalisiert. Beziehungen können hier eine strategische Komponente haben. Loyalität und Hierarchie spielen eine Rolle. Emotionale Wärme ist weniger zentral als Stabilität und Position.

Dass diese Konstellation im sechsten Haus steht, verschiebt das Thema zusätzlich in den Bereich von Dienst, Arbeit, Alltag und Pflichtgefüge. Beziehungsmuster können mit strukturellen Rollen verknüpft sein. Nähe bewegt sich nicht im luftleeren Raum, sondern innerhalb klarer Gefüge. Machtgefälle oder funktionale Kontexte sind hier astrologisch nicht ungewöhnlich.

In Verbindung mit der Sonne im achten Haus und dem Skorpion-Mond entsteht ein deutliches Muster: Intimität ist nie nur privat. Sie ist eingebettet in Macht, Verantwortung und Kontrolle. Das kann enorme Selbstdisziplin bedeuten – oder eine starke Fixierung auf Struktur in Bereichen, die eigentlich Spontaneität bräuchten.

Diese Steinbock-Ballung beschreibt keine enthemmte Persönlichkeit. Im Gegenteil. Sie zeigt jemanden, der Triebenergie in kontrollierte Bahnen lenkt. Doch gerade dort, wo Kontrolle zentral ist, entsteht eine besondere Spannung, wenn äußere Umstände diese Kontrolle infrage stellen.

6. Jupiter im fünften Haus – Hedonismus, Risiko und das Gefühl der Unantastbarkeit

Jupiter im Schützen im fünften Haus ist in diesem Horoskop eine zentrale Schaltstelle. Er steht im eigenen Zeichen, also stark, selbstbewusst und expansiv. Und das fünfte Haus ist der Bereich von Vergnügen, Lust, Bühne, Selbstdarstellung und Risiko. Diese Kombination erzeugt keine zurückhaltende, vorsichtige Energie, sondern eine, die das Leben als Spielfeld begreift. Hier besteht eine natürliche Neigung zu Großzügigkeit, Abenteuerlust und dem Wunsch, besondere Erfahrungen zu machen. Jupiter im fünften Haus sucht das Außergewöhnliche, das Exklusive, das intensive Erleben. Er fühlt sich wohl in Umgebungen, die Überfluss, Prestige oder außergewöhnliche Atmosphäre versprechen.

Jupiter vergrößert alles, was er berührt. Im fünften Haus vergrößert er Lust, Selbstvertrauen und Risikobereitschaft. In einem Horoskop, das ohnehin starke Macht- und Kontrollmotive enthält – Sonne im achten Haus, Opposition zu Pluto, Skorpion-Mond, eine disziplinierte Steinbock-Ballung – wirkt Jupiter wie ein Gegengewicht. Während andere Teile der Persönlichkeit strukturieren, kontrollieren und kalkulieren, sagt dieser Jupiter: Warum nicht? Ich komme schon durch. Diese innere Überzeugung kann zu einer erheblichen Fallhöhe führen, denn sie vermittelt das Gefühl, begünstigt oder geschützt zu sein.

Gerade im fünften Haus spielt auch das Thema Bewunderung eine Rolle. Es geht um Resonanz, um gesehen werden im persönlichen Ausdruck. In Verbindung mit dem Löwe-Aszendenten verstärkt sich der Wunsch nach Aufmerksamkeit und positiver Rückmeldung. Jupiter hier genießt das Umfeld, in dem er gefeiert, eingeladen oder als besonderer Gast wahrgenommen wird. Solche Konstellationen sind keineswegs problematisch an sich. Sie beschreiben Charisma, Optimismus und eine gewisse Großzügigkeit im Umgang mit Vergnügen. Doch sie können auch dazu führen, Risiken zu unterschätzen, weil das Vertrauen in das eigene Glück größer ist als die Sensibilität für mögliche Konsequenzen.

In der Gesamtstruktur dieses Horoskops wirkt Jupiter im fünften Haus wie ein Verstärker. Er liefert das Selbstvertrauen, das Abenteuer sucht, während andere Faktoren die emotionale und machtbezogene Intensität bereitstellen. Daraus entsteht keine zwangsläufige Fehlentwicklung, aber eine erhöhte Anfälligkeit für Situationen, in denen Spiel, Privileg und Grenzverschiebung ineinanderfließen. Nicht aus Bosheit, sondern aus einem tief verankerten Gefühl, dass das Leben letztlich auf der eigenen Seite steht.

7. Fazit – Privileg trifft Schatten

In der Gesamtschau ergibt sich kein eindimensionales Bild. Dieses Horoskop zeigt weder einen simplen Hedonisten noch einen kalten Strategen. Es zeigt eine komplexe Persönlichkeit mit starkem Machtmotiv, ausgeprägtem Bedürfnis nach Kontrolle und gleichzeitig einer deutlichen Lust am Spiel. Löwe-Aszendent und Jupiter im fünften Haus verleihen Selbstverständlichkeit im Auftreten, Charisma und ein gewisses Vertrauen in die eigene Begünstigung. Die Sonne im achten Haus, in Opposition zu Pluto, und der Skorpion-Mond verlagern den inneren Schwerpunkt jedoch in Bereiche, in denen Macht, Abhängigkeit und psychologische Intensität zentrale Rollen spielen.

Hinzu kommt die Steinbock-Ballung von Venus, Mars und Saturn, die Triebenergie strukturiert und in hierarchische Kontexte einbettet. Nähe ist hier nie nur romantisch, sondern oft mit Verantwortung, Status oder Ordnung verbunden. Das erzeugt eine Persönlichkeit, die stark auf Gefüge reagiert: auf Rangordnungen, Loyalitäten und implizite Machtverhältnisse. Gleichzeitig kann das Vertrauen in privilegierte Strukturen – gespeist durch Jupiter – dazu führen, dass Risiken unterschätzt werden, insbesondere wenn sie im Umfeld von Spiel, Vergnügen oder exklusiven Netzwerken auftreten.

Astrologisch betrachtet entsteht so eine hohe Fallhöhe. Nicht, weil einzelne Aspekte „Schuld“ anzeigen würden, sondern weil mehrere Motive zusammenwirken: das Bedürfnis nach Bedeutung, die Nähe zu Schattenbereichen, die emotionale Intensität, die strukturelle Kontrolle und das expansive Selbstvertrauen im Bereich des Genusses. Wenn solche Faktoren auf reale Macht und gesellschaftliche Immunität treffen, entsteht ein Spannungsfeld, das anfällig für extreme Entwicklungen sein kann.

Das Radix beschreibt damit keine einfache Figur, sondern eine Persönlichkeit, die zwischen Bühne und Abgrund oszilliert. Wie diese Anlagen gelebt werden, entscheidet sich nicht im Horoskop allein. Doch es legt offen, wo die sensiblen Punkte liegen – und warum bestimmte Kontexte besonders wirksam werden können.

8. Die innere Spannung – Warum dieses Horoskop keine Ruhe kennt

Was dieses Radix letztlich zusammenhält, ist keine Harmonie, sondern Spannung. Fast jede zentrale Anlage steht im Kontrast zu einer anderen. Der Löwe-Aszendent will Würde und Souveränität zeigen, während die Sonne im achten Haus sich mit Macht, Abhängigkeit und psychologischen Grenzbereichen auseinandersetzen muss. Jupiter im fünften Haus vertraut auf Glück und Spiel, während Venus, Mars und Saturn im Steinbock Kontrolle und Disziplin verlangen. Der Skorpion-Mond fühlt intensiv und misstrauisch, während die Fische-Sonne sich gern in Unschärfen bewegt.

Diese innere Gegensätzlichkeit erzeugt Dynamik – aber auch Druck. Sonne Quadrat Mond zeigt bereits den Konflikt zwischen bewusster Identität und emotionalem Bedürfnis. Was man sein möchte, passt nicht immer zu dem, was man innerlich fühlt. In Verbindung mit der Sonne-Pluto-Opposition entsteht daraus eine Persönlichkeit, die Extreme kennt: Nähe und Distanz, Kontrolle und Kontrollverlust, Bühne und Rückzug.

Solche Horoskope leben selten im Mittelmaß. Sie neigen zu intensiven Phasen, zu Situationen mit hoher Fallhöhe. Nicht, weil sie zwangsläufig destruktiv sind, sondern weil sie stark aufgeladen sind. Macht ist hier kein Nebenthema, sondern Teil des Selbstverständnisses. Kontrolle ist kein Luxus, sondern ein inneres Bedürfnis. Und Vergnügen ist kein beiläufiger Zeitvertreib, sondern ein Feld, auf dem Selbstbestätigung gesucht wird.

Die eigentliche Frage dieses Horoskops lautet daher nicht: Gut oder schlecht? Sondern: Wie wird mit Spannung umgegangen? Wird Macht reflektiert oder selbstverständlich gelebt? Werden Grenzen bewusst wahrgenommen oder als dehnbar erlebt?

Astrologisch zeigt sich hier ein Mensch mit erheblicher Intensität. Ein Mensch, der von privilegierten Strukturen getragen werden kann – solange sie halten. Doch wenn äußere Sicherheiten bröckeln, trifft die innere Spannung auf reale Konsequenzen. Und genau dann entscheidet sich, ob Kontrolle trägt oder ob sie sich als Illusion erweist.

9. Schlussbetrachtung – Struktur statt Sensation

Ein Horoskop ist kein Urteil und kein Beweis. Es ist eine Landkarte. Im Fall von Prinz Andrew zeigt diese Landkarte ein Terrain mit erheblichen Spannungen: Bühne und Schatten, Kontrolle und Lust, Privileg und existenzielle Themen greifen ineinander. Der Löwe-Aszendent liefert das Selbstverständnis von Sichtbarkeit und Rang. Die Sonne im achten Haus, in Opposition zu Pluto, verankert Identität in Macht- und Tabubereichen. Der Skorpion-Mond intensiviert das emotionale Erleben und verstärkt das Bedürfnis nach Kontrolle. Die Steinbock-Ballung strukturiert Nähe und Begehren, während Jupiter im fünften Haus Optimismus und Risikofreude einbringt.

Kein einzelner Faktor „erklärt“ ein Ereignis. Doch in ihrer Kombination beschreiben diese Elemente eine hohe Fallhöhe. Wer sich selbstverständlich in privilegierten Gefügen bewegt, wer Nähe mit Hierarchie und Macht verknüpft und zugleich ein starkes Vertrauen in das eigene Glück besitzt, lebt mit inneren Spannungen, die unter Druck sichtbar werden können. Astrologisch betrachtet geht es hier weniger um Moral als um Struktur: um die Frage, wie Macht erlebt, wie Grenzen wahrgenommen und wie Verantwortung integriert wird.

Dieses Radix ist weder banal noch eindeutig. Es ist komplex, intensiv und in sich widersprüchlich. Genau deshalb eignet es sich nicht für schnelle Schlagzeilen, sondern für eine differenzierte Analyse. Die Sterne liefern keine Sensation. Sie liefern ein Muster. Und dieses Muster zeigt vor allem eines: Wo viel Bühne ist, ist auch viel Schatten.

Ausblick – Wenn das Radix unter Druck gerät

Das Geburtshoroskop beschreibt die innere Architektur. Es zeigt Motive, Spannungen, Fallhöhen. Doch es erklärt nicht, warum sich bestimmte Themen zu einem konkreten Zeitpunkt zuspitzen. Dafür braucht es die Dynamik der Zeitqualität: Transite und Solarhoroskop.

Gerade bei einem Ereignis wie einer Verhaftung am eigenen Geburtstag ist der astrologische Kontext hochinteressant. Der Geburtstag markiert den Solar-Return, also den Moment, in dem die Sonne exakt auf ihre Radix-Position zurückkehrt. Dieser Zeitpunkt setzt den Ton für das kommende Jahr. Wenn sich genau an diesem Schwellenmoment ein einschneidendes Ereignis ereignet, deutet das auf eine starke Aktivierung der Grundthemen hin.

Im nächsten Schritt wird daher zu prüfen sein, welche Transite am Tag der Verhaftung exakt wirksam waren. Stand Saturn in Spannung zur Sonne oder zu sensiblen Punkten der Machtachse? Aktivierte Pluto die Opposition zur Radix-Sonne? Wurde die Steinbock-Ballung durch harte Aspekte unter Druck gesetzt? Solche Auslösungen wirken wie ein Trigger: Sie bringen latent vorhandene Motive an die Oberfläche.

Ebenso entscheidend ist das Solarhoroskop für 2026/27. Eine massive Betonung des zweiten Hauses – dem Bereich von Besitz, Wert und materieller Sicherheit – weist auf eine Substanzprüfung hin. Pluto im ersten Haus des Solars signalisiert Identitätsdruck und öffentliche Transformation. Solche Konstellationen sprechen nicht für ein ruhiges Übergangsjahr, sondern für eine Phase, in der sich strukturelle Themen konkretisieren.

Im Zusammenspiel von Radix, Transit und Solar wird sich zeigen, ob der Tag der Verhaftung lediglich ein isolierter Auslöser war oder der Beginn eines längeren Transformationszyklus. Das Geburtshoroskop liefert das Spannungsfeld. Die aktuelle Zeitqualität entscheidet, wann und wie es aktiviert wird.

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